Der Besuch der alten Dame – Drama von Friedrich Dürrenmatt
Der Jahrgang 10 hat sich im Deutschunterricht mit dem Drama „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt beschäftigt. Dieses Drama ist in seiner Aussage immer noch aktuell. Es geht um Macht, Rache und die Käuflichkeit der Menschen. Eine alte Dame kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um sich an ihrem ehemaligen Geliebten zu rächen, der sie damals schmählich im Stich gelassen und verraten hat.
Die Klasse 10a hat sich nun gefragt: Wie könnte die Geschichte übertragen auf unser heutiges Leben aussehen. Hier sind einige Ergebnisse der Schüler zum Hören und zum Nachlesen.
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Der Besuch der jungen Herren
Personen: Samuel, Felix, James, Herr Baios (Biologielehrer), Frau Phiesikus (Physiklehrerin), Herr Laurence (Schulleiter und Englischlehrer), Herr Schmit (Mathelehrer), Frau Polkowski (Sportlehrerin)
In Osnabrück gibt es eine Schule, die nicht so viele Entwicklungsmöglichkeiten hat, weil es dort zu wenig Lehrer gibt und weil auch die materielle Ausstattung schlecht ist. Die Geräte sind zum Beispiel fast alle kaputt, in der Sporthalle sind sogar ein paar Fenster kaputt, Internet gibt es gar nicht und keine Klasse kann einen Ausflug irgendwohin machen. Es finden überhaupt keine schulischen Veranstaltungen statt.
In diese Schule ging früher einmal ein Schüler namens Samuel. Er war ein guter Schüler, der ständig sein Bestes gab. Das lohnte sich, denn er erarbeitete sich so den Weg zum Erfolg. Jetzt besitzt er vier Autofirmen in Hamburg.
Heute kommt Samuel zurück nach Osnabrück, um seine alte Schule zu besuchen. Und das ist das Thema aller dort arbeitenden Lehrer. Die Schüler auf der anderen Seite sind verwirrt darüber, warum die Lehrer sich die Mühe machen sie dazu zu bringen, Lieder und Zaubertricks zu lernen. Sie verstehen nicht, was so besonders daran sein kann, dass ein ehemaliger Schüler zurückkommt.
Herr Baios (Biologielehrer): „Jetzt mal ganz ehrlich, Frau Phisiekus, Ihre Schüler können wenigstens versuchen, mal einen Zaubertrick zu lernen.“
Frau Phisiekus (Physiklehrerin): „Und Sie, Herr Baios? Ihre Schüler sind gut in den Zaubertricks, aber dafür gar nicht so begabt beim Singen wie meine Schüler. Wir versuchen, Samuel zu begeistern, nicht zu erschrecken.“
Herr Laurence (Englischlehrer): „Hört auf, aufeinander herumzuhacken wie kleine Kinder! Samuel sollte eigentlich gleich kommen. Und wo bleibt Herr Schmit? Und auch Frau Polkowski?“
Herr Schmit (Mathelehrer): „Hier sind wir. Wir mussten die letzten zwei Klassen vorbereiten.“
Frau Polkowski (Sportlehrerin): „Alle sind fertig und bereit.“
Herr Laurence: „Super, jetzt warten wir auf Sam.“
Gerade als Herr Laurence dies sagt, hält ein glänzendes Auto vor der Schule. Drei Männer in schicken schwarzen Anzügen steigen aus. Es sind Samuel und zwei seiner Schulfreunde, Felix und James. Die Lehrer sagen „Willkommen“, begrüßen die Gäste und führen sie dann in eine Halle mit abgewetzten Bänken und zerkratzten Tischen, wo sich die Schüler darauf vorbereiten zu singen und Tricks vorzuführen, wie in einem Theater.
Nach der Aufführung sitzen alle zusammen und trinken und unterhalten sich. Jetzt erzählt Herr Schmit Samuel, dass die Schule finanziell kaum über die Runden kommt.
Herr Schmit: „Weißt du, Samuel, du warst mein Lieblingsschüler. Ich wusste, dass etwas aus dir und deinen Freunden wird. Aber in letzter Zeit, Sam, wie du siehst, fällt die Schule langsam auseinander. Die Kinder machen keine Ausflüge mehr. Verdammt, sogar die meisten Lehrer sind weggegangen, wie du siehst. Nur wenn wir irgendwie aus dem Nichts Geld bekommen, könnten wir… Aber, naja.“
Samuel: „Hmm, so ist es leider. Aber das Glück lächelt euch heute an, denn meine Freunde, Felix und James, und ich wollen dieser Schule Geld spenden. Dieses Geld kann dazu beitragen, die Situation der Lehrer und Schüler zu verbessern. Es wird für genug Schulgeräte reichen, für schulische Veranstaltungen, für die Reparatur der ganzen Schule, und es wird trotzdem noch Geld übrigbleiben. Felix, James und ich werden dieses Geld spenden – unter einer Bedingung…“
Die Lehrer und Schüler sind sprachlos.
Herr Laurence: „Und was genau ist diese Bedingung?“
Samuel: „Herrn Schmit zu feuern.“
Totenstille. Samuel, Felix und James stehen auf.
Samuel: „Wir wollen uns die Gerechtigkeit kaufen.“
Frau Polkowski: „Ihr könnt euch doch Gerechtigkeit nicht kaufen.“
Felix: „Das können wir wohl.“
Frau Polkowski: „Was für Gerechtigkeit?“
James: „Als wir noch Schüler waren, wurden wir wegen eben diesem Lehrer rausgeworfen. Denn es glaubte uns niemand, was wir über seine „seltsamen Geschäfte“ erzählten, die er in den Kellerräumen der Schule machte, wo wir uns damals versteckten.“
Felix: „Er hat uns dann gesehen, aber sagte uns gar nichts. Er hat uns schlechtere Noten gegeben und uns ohne Grund aus der Klasse geworfen.“
Sam: „Als wir das letzte Mal rausgeworfen wurden, haben wir uns versprochen, irgendwann hierher zu kommen und uns die Gerechtigkeit zu verschaffen.“
Herr Baios: „Wir können doch nicht Herrn Schmit feuern! Er ist doch beliebt bei vielen Schülern und Lehrern.“
Wieder Totenstille.
Herr Schmit: „Das stimmt doch alles nicht! Das mit den „seltsamen Geschäften“ habt ihr euch doch alles ausgedacht!“
Felix: „Wegen dieser Geschäfte ist diese Schule nämlich arm geworden und hat viele Lehrer und Schüler verloren.“
Herr Laurence: „Was für Geschäfte, Herr Schmit? Sie wissen ganz genau, wenn sie krumme Geschäfte machen, ruiniert das die Reputation unserer Schule und vor allem ist das gegen das Gesetz!“
Herr Schmit: „Ich habe keinen Plan, wovon Sie sprechen, Herr Laurence.“
Herr Baios: „Wir können dann das Geld nicht annehmen. Wir feuern nicht Herrn Schmit.“
Sam: „Wir lassen euch Zeit.“
Ein paar Tage sind vergangen. Herr Schmit ist noch nicht gefeuert, aber alle zweifeln mittlerweile an ihm. Sogar seine Klasse ist nicht in der Schule erschienen, als sie bei ihm Unterricht hatte. Herr Schmit wird nervös und macht sich immer mehr Sorgen. Alle ignorieren ihn mittlerweile oder sehen ihn unfreundlich an, bis er endlich nicht mehr kann…
Er geht zu Herrn Laurence, um seine Schuld zu gestehen.
Herr Schmit: „Ich kann diesen Druck nicht mehr aushalten. Es stimmt, sie haben mich bei dieser Geschichte gesehen. Ich habe…“
Leise gesteht er Herrn Laurence, wie er die Schule immer wieder um Geld betrogen hat.
Herr Schmit: „Und ich habe ihnen dafür, dass sie alles erzählt haben, schlechte Noten gegeben und sie von meinem Unterricht ausgeschlossen. Ich hatte Angst, dass der Ruf der Schule leidet und wollte, dass sie ruhig sind…“
Herr Laurence holt die drei jungen Männer dazu. Als sie da sind, gucken sie Herrn Schmit und Herrn Laurence erwartungsvoll an. Dan sagt Herr Laurence einen Satz, der eine große Bedeutung haben wird.
Herr Laurence: „Herr Schmidt, Sie sind gefeuert. Und damit Sie nicht andere Schulen auch noch zerstören, werde ich dafür sorgen, dass Sie an keiner anderen Schule angenommen werden.“
Wochen später erholt sich die Schule langsam, aber sicher. Nach und nach melden sich mehr Schüler an und es bewerben sich auch wieder Lehrer.
Die Rückkehr der netten Dame
Herbst 2012:
Ein regnerischer Tag in Osnabrück. Mathilda ist in der EMR- Schule auf dem Weg zur Sporthalle, weil ihre Schulkameraden sie zu einem Gespräch eingeladen haben. Auf dem Weg dorthin fragt sie sich, warum sie unbedingt mit ihr sprechen möchten. Völlig durchnässt vom Regen und mit einem unguten Gefühl betritt sie die Sporthalle.
Da sind sie, die vier Leute, die geduldig darauf warten, dass Mathilda kommt. Laila Cher (die Anführerin) lächelt: „Du bist ziemlich schön, schade. Und ich dachte es wird mir leichter fallen.“ „Was meinst du?“, fragt Mathilda. „Das wirst du später noch sehen“, antwortet Laila mit einem Zwinkern. „Du kennst doch Alana, oder?", fragt Laila dann. „Ja...“ „Wart ihr zwei Freundinnen?“ „Ich würde uns nicht als Freunde bezeichnen, eher als Klassenkameraden, die sich verstehen. Warum fragst du?“, antwortet Mathilda. „Sie hat die Schule verlassen.“ „Ich erinnere mich daran, ihr habt Alana gemobbt und es wurde für sie unerträglich. Also wechselte sie die Schule“, sagt Mathilda.
„Wie kannst du es wagen, deine Stimme zu erheben?“, fragt eine wütende Stimme. Ein Junge kommt aus dem Schatten hervor. Mit den Händen in seinen Hosentaschen sagt er: „Du verstehst es immer noch nicht, oder? Du steckst ab heute in großen Schwierigkeiten." Er lächelt. „Was willst du damit sagen?“, fragt Mathilda. „Er will damit sagen, dass du jetzt dran bist!“, antwortet ein anderes Mädchen. „Ich bin dran?“ Mathilda fühlt sich unsicher.
Ein anderes Mädchen auf der Bank fängt an zu lachen. Sie steht auf und sagt: „Uns wird langsam langweilig.“ Der Junge lächelt: „Wir brauchen eine Abwechslung.“ Alle vier gehen langsam auf Mathilda zu und umzingeln sie. „Ab heute bist du unser neues Opfer“, sagt Laila lächelnd.
10 Jahre später – Sommer 2022:
Ein regnerischer Tag in Osnabrück und Mathilda ist auf dem Weg zur EMR-Schule...
Mathilda steht vor einer Klasse, ihrer Klasse. Nach ihrem Schulabschluss hat sie hart gearbeitet, um Lehrerin zu werden. Doch es war nicht ihr eigentliches Ziel, Lehrerin zu werden. „Ich bin die Frau Rosé, ab heute bin ich eure Klassenlehrerin“, stellt sich Mathilda der Klasse vor. Sie geht die Anwesenheitsliste durch und lächelt, während sie auf den nächsten Namen schaut: Jasmin Cher.
Mathilda hat ihre Vergangenheit nie vergessen. Jeden Tag dachte sie daran und hoffte auf ein Wiedersehen mit Laila Cher. Nach ihrem Abschluss hat sie nicht nur jahrelang hart gearbeitet, um Lehrerin zu werden, sondern auch Informationen über die vier Schulkameraden gesammelt. Ihr eigentliches Ziel war immer nur Rache.
Nach der Schule ist Jasmin wieder zu Hause und erzählt ihren Eltern am Esstisch erfreut von der neuen Klassenlehrerin. „Neue Klassenlehrerin?“, fragt Laila. „Ja, sie ist echt nett und schön“, sagt Jasmin. „Wirklich? Wie heißt sie denn?“, möchte Laila wissen. „Frau Rosé.“ „Wie findest du sie denn bis jetzt? Ist sie eine gute Lehrerin?“, fragt Elias. „Bis jetzt gefällt mir der Unterricht mit ihr. Ach, und Mama, sie hat dieselben roten Absatzschuhe wie du.“ „Rote? Aber ich besitze keine roten Absatzschuhe“, antwortet die Mutter fragend. „Nach dem Essen zeige ich dir, welche ich meine."
„Hier, diese hier.“ Jasmin zeigt nach dem Essen auf die 'roten' Schuhe ihrer Mutter. „Wie kann sich eine normale Lehrerin solche Schuhe nur leisten?“, sagt Laila. „Das weiß ich nicht, vielleicht ist sie ja auch reich wie wir ... Aber Mama, die Schuhe sind doch rot, oder? Frau Rosé hat gesagt, ihre seien grün, aber ich hab eindeutig rot gesehen. Vielleicht ist sie farbenblind.“ „Jasmin, die Farbe dieser Absatzschuhe ist unwichtig. Erinnerst du dich noch an unsere Abmachung? Nicht neben Papa über Farben zu reden.“ „Ja, Mama", antwortet Jasmin.
Nach dem Gespräch mit ihrer Tochter geht Laila auf ihr Zimmer und lädt ihre Freunde in ihren Wintergarten ein. Die vier Freunde sitzen zusammen und reden. Laila ist in Gedanken versunken. „Leute. Leute!“ „Ja?“ „Kennt ihr jemanden mit dem Nachnamen Rosé?“, fragt Laila. „Rosé? Hm, kommt mir bekannt vor“, antwortet ein Mann namens Adrik. „Rosé? Ist das nicht Madlena Rosé?“, sagt eine Frau namens Malorie. Eine andere Frau namens Mara schlägt Malorie auf den Kopf und sagt: „Mathilda Rosé.“ Leilas Augen vergrößern sich. „Mathilda Rosé?!“, wiederholt Laila. „Mathilda Rosé“, sagt Adrik grinsend. „Die von damals aus der Schule?“, fragt er. „Verdammt, ich muss meinen Ruf schützen. Morgen bringen wir alle zusammen meine Tochter zur Schule und reden mir Rosé, damit unsere Vergangenheit in der Vergangenheit bleibt“, sagt Laila in ernstem Ton.
In dieser Nacht kann Laila nicht richtig schlafen, denn sie macht sich Sorgen um ihre Tochter und was geschehen könnte, wenn Mathilda die Wahrheit erzählt. Am nächsten Morgen gehen alle vier Freunde mit Jasmin früher in die Schule, damit keine dritte Person erfährt, was los ist. „Warte eben hier mit Adrik, Mara und Malorie. Ich gehe ins Klassenzimmer und tausche ein Wort mit Frau Rosé aus.“ Laila geht ins Klassenzimmer. Mathilda sitzt am Lehrertisch und guckt hoch. „Ach, da sieht man sich wieder. Also wird mein Traum war. Weißt du noch, als ich dich gefragt hab, was dein Traum ist? Du meintest, du willst Kinder haben, heiraten und ein erfolgreiches Model werden. Dein Traum wurde wahr. Erinnerst du dich an meinen Traum?“, fragt Mathilda. „Nein.“ „Wirklich nicht? Lass mich dich erinnern. Du, du bist mein Traum. Dich wiederzusehen“, sagt Mathilda. „Jetzt Spaß beiseite, was machst du hier?“, fragt Laila. „Ich bin hier Lehrerin und was möchtest du hier?“ „Ich bin hier, um dich um dich zu warnen. Tu, verdammt noch mal, meiner Tochter nichts an! Wenn ich erfahre, dass auch ein Haar von ihrem Kopf gefallen ist, dann gibt's Ärger.“ „Ärger? Wieso? Hab ich sie geschlagen, erwürgt, verbrannt, ihre Seele zerstört?“, fragt Mathilda wütend. „Ich verstehe, ist das eine Art Rache? Tilda, sei nicht so! Wir waren jung, können wir nicht einfach unsere Vergangenheit vergessen?“, fragt Laila. „Vergessen?", kichert Mathilda bösartig. „Was ihr mir angetan habt, werde ich niemals vergessen. Die Wahrheit wird früher oder später ins Licht kommen, Laila, ob ich es sage oder jemand anderes. Und ich tue deiner Tochter nichts an, ich habe Besseres zu tun.“ „Ich habe dich gewarnt, Mathilda Rosé, oder soll ich zur Klarstellung einen Lockenstab rausholen?“, droht Laila. „Du hast dich kaum verändert, Laila Cher.“ Die Schulklingel läutet. „Der Unterricht beginnt jetzt, du kannst gehen, Laila“, sagt Mathilda. Die Kinder kommen rein und begrüßen Frau Rosé.
Laila geht zu ihren Freunden, die auf sie vor dem Klassenzimmer gewartet haben. „Über was habt ihr gesprochen?“, fragt Adrik. „Unwichtig. Sie geht mir auf den Sack“, antwortet Laila wütend. „Kommt wir gehen.“
Mathilda atmet durch beschließt, dass es Zeit ist ihren Plan umzusetzen. Während des Unterrichts geht Mathilda auf Jasmin zu und nimmt sich unauffällig ein paar Haare. Sie legt die Haare vorsichtig in einen kleinen Silikonbeutel. Später am Abend verschickt sie einen Brief mit den Haaren. Im Brief steht: „Mach damit einen Vaterschaftstest. Das ist das Haar von Jasmin Cher.“
Nach ein paar Tagen kommt der Brief beim Empfänger an. Er öffnet diesen Brief und liest ihn sich durch. Er entscheidet sich, einen Vaterschaftstest zu machen. Einige Zeit später sieht er das Ergebnis: 99% Übereinstimmung. Er fährt zu Laila nach Hause, um sie damit zu konfrontieren. „Jasmin ist meine Tochter und du hast es geheim gehalten?“, fragt er wütend. „Adrik? Wie hast du es herausgefunden?“ Er gibt Laila eine Ohrfeige. „Das ist unwichtig, wieso hast du es mir nicht erzählt?“ Seine Stimme hebt sich. „Ich will das Sorgerecht“, sagt er mit einer drohenden Stimme. „Nein, Elias ist ihr Vater.“ „Elias!?“ Adrik lacht: „Ich bin ihr Vater, sie ist auch farbenblind, nicht wahr? Du lässt mir keine andere Möglichkeit, als es Elias zu erzählen. Er will bestimmt nicht ein fremdes Kind großziehen.“
„Nein“, sagt Laila ernst. Adrik will das Haus verlassen, doch Laila schubst ihn und sein Kopf landet an einer Tischkante. „Scheiße“, sagt Laila. Sie testet seinen Puls. Nichts. Kein Atem, kein Herzschlag. „Scheiße, was soll ich jetzt tun?... Alles okay, alles wird gut“, versucht Laila sich zu beruhigen.
Durch Kontakte wird sie tatsächlich die Leiche los. Sie putzt ihren Schreibtisch, ihr Zimmer und wäscht ihre Kleidung. Keine Spur hinterlässt sie.
Es vergeht einige Zeit nach dem Tod von Adrik, doch die Freunde wissen nicht, dass er gestorben ist, denn es ist nicht das erste Mal, dass er einfach so verschwunden ist. Die Freunde beschließen, ein Gespräch darüber zu führen.
Mara und Malorie sitzen im Café und warten auf Laila. Malorie fragt: „Wo, meinst du, ist Adrik? Es ist zwar nichts Neues, dass er sowas abzieht, aber es ist schon komisch, dass er so lange weg ist, ohne uns Bescheid zu sagen.“ „Ich hoffe, er ist tot. Ich schwöre, ich könnte ihn ermorden, wenn er zurückkommt“, sagt Mara lachend. Dann fügt sie hinzu: „Weißt du was, bestimmt hast du was damit zu tun, du Verrückte. Kurz bevor er verschwand, habt ihr gestritten.“, „Was laberst du? Ohne deine Scheiß-Drogen bist du echt anders drauf“, verneint Malorie. „Natürlich, wie soll ich sonst drauf sein, er ist mein einziger Dealer. Erst gibt er mir meine Drogen nicht wegen 'einer wichtigeren Sache' und dann auf einmal verschwindet er“, sagt Mara. „Du bist verrückt. Vielleicht bist du der Grund, wieso Adrik verschwunden ist! Deine Drogen können dich zu komischen Taten bringen.“
„Komische Taten? Kann ich dich daran erinnern, dass es dann nicht dein erster Mord sein würde!“, sagt Mara und wird langsam ungeduldig. Malorie erwidert: „Ey, ich war es nicht! Und rede nicht über meinen damaligen Mann! Ich glaube dir, dass du es nicht warst. Wie soll jemand wie du einen Mann wie Adrik ermorden? Aber weil du es ja nicht getan hast, macht es dir ja sicher nichts aus, dass ich Adrik bei der Polizei als vermisst gemeldet habe.“ Mara bekommt einen Wutanfall: „Du hast WAS getan!?“ Sie steht auf und schmeißt den Tisch, an dem die zwei sitzen, um. Das erweckt die Aufmerksamkeit der anderen im Café. „Wenn die Polizei ihn zuerst findet, werden die ihn festnehmen!“, schreit Mara. Die Angestellten des Cafés fühlen sich etwas besorgt und rufen die Polizei. „Na und? Hauptsache wird er gefunden! Dich interessiert gar nicht, ob es ihm gut geht. Du willst nur seine Drogen!“, antwortet Malorie. „Klar interessiere ich mich nicht für ihn. Ist doch seine Sache, ob Adrik die Stadt verlassen will oder nicht! Aber ihn bei der Polizei als vermisst zu melden! Spinnst du? Realisierst du eigentlich, was du getan hast? Wenn die Polizei irgendwie erfährt, dass er ein Dealer ist, kann er festgenommen werden! Du bist diejenige, die sich nicht für ihn interessiert!“, sagt Mara wütend. Malorie kocht vor Wut und kann sich nicht mehr unter Kontrolle halten. Also gibt sie Mara eine Ohrfeige. Malorie guckt schockiert in Richtung Eingangstür und da steht Laila. „Was ist hier passiert?“, fragt sie.
Von draußen hört man die Sirenen der Polizei. Die Polizei betritt das Café und fragen alle, wieso sie alarmiert wurden. „Hier gibt es eine Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Frauen“, antwortet eine Arbeiterin. „So, wo sind denn die zwei“, möchte die Polizei wissen. Alle Augen richten sich auf die zwei. „Sie ist drogenabhängig und hat auf einmal angefangen Tische umzuschmeißen“, sagt Malorie. Mara fühlt sich betrogen. Sie will sich auf Malorie werfen, doch die Polizei stoppt Mara gerade noch rechtzeitig. „Wow, die Damen. So, du kommst jetzt einmal mit uns mit, wir machen ein Drogentest.“ „Ich will nicht mitkommen! Und was ist mit der? Sie hat doch angefangen!“, schreit Mara. „So wie es aussieht, bist du hier das Problem.“ „Oh, warte ab, Malorie. Alle werden erfahren, was du für ein Mensch bist und wie du reiche Männer heiratest und sie dann ermordest!“ Alle im Café fangen an zu flüstern, viele haben das, was Mara gesagt hat, gehört.
Einige Jahre sind nach diesem Vorfall vergangen. Mara ist jetzt in einer Psychiatrie. Durch ihre Drogenabhängigkeit wurde sie stark depressiv und aggressiv, sodass ihre Familie sie im Endeffekt in eine Psychiatrie gesteckt hat.
Nach dem Gerücht hat sich Malories Mann Mikel von ihr scheiden lassen. Die Polizei untersuchte den Vorfall von Mara und ihren Männern. Es hat sich herausgestellt, dass das, was Mara gesagt hat, stimmen könnte. Jetzt gibt es ein Gerichtsverfahren gegen sie, wo entschieden wird, ob sie ins Gefängnis kommt oder nicht.
Doch auch Laila ist mit dem Mord nicht davonkommen, weil Mathilda eine versteckte Kamera in Lailas Haus installiert hatte und Laila jetzt wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Nach ein paar Wochen Gefangenschaft, bekommt Laila Besuch.
"Gefangene Nummer 1750, Sie haben einen Besucher“, sagt der Wächter. „Ein Besucher?“ Laila glaubt es kaum. Ihr Mann kontaktierte sie nie wieder, nachdem er herausgefunden hatte, dass sie jemanden getötet hatte, weil er sich Sorgen um seinen geschäftlichen Ruf machte. Sie hofft nun, dass ihr Mann ihr endlich verziehen hat und sie nun besuchen kommt. Zum ersten Mal in diesen Wochen im Gefängnis lächelt sie. Ihr Lächeln verschwindet aber, als sie sieht, wer dieser Besucher ist. „Da sehen wir uns wieder“, sagt Mathilda lächelnd. „Tilda, du hast bekommen, was du wolltest, warum bist hier?“, fragt Laila ohne Emotionen. „Wie hast du es geschafft?“, fragt Laila. Mathilda erkundigt sich: „Was genau meinst du?“ „Du weißt, was ich meine“, sagt Laila. „Ach so, du meinst euch zu vernichten? Na gut ich erzähle es dir. Nach meinem Abschluss habe ich studiert…“ Mathilda kann nicht zu Ende reden, denn Laila unterbricht sie. „Tilda, komm zum Punkt.“ „Während des Studiums habe ich einige Informationen über euch alle gesammelt und herausgefunden, dass Mara nicht ihren Abschluss geschafft hat und im Endeffekt drogenabhängig wurde, das hab ich gegen sie benutzt. Außerdem fand ich heraus, dass Adrik ihr einziger Dealer war.“ „Warst du diejenige, die Adrik erzählt hat, dass er Jasmins biologischer Vater ist?“, unterbricht Laila Mathilda. „Ich habe herausgefunden, dass sie seine Tochter ist, weil ich vor einiger Zeit Jasmin an einer Ampel gesehen habe. Sie ist stehen geblieben, aber die Ampel war grün, und ich dachte, warum geht sie nicht über die Straße? Also habe ich sie gefragt und sie hat mir gesagt, die Ampel sei rot. Das hat mir klargemacht, dass sie genau wie Adrik farbenblind ist. Ich wusste immer, dass es zwischen dir und Adrik etwas gab, also wurde ich ihre Klassenlehrerin, um an ihre Haare und so auch an ihre DNA zu kommen. Ich schrieb Adrik einen Brief, dass er einen Vaterschaftstest machen sollte und alles danach war perfekt. Ich hab erwartet, dass er so reagiert und dir drohen wird, alles Elias zu erzählen, aber ich muss sagen, sein Mord war der perfekte Schachzug. Für Mara: kein Adrik, also keine Drogen. Keine Drogen machen einen Drogenabhängigen – sagen wir mal so – 'gereizt'. Sein Verschwinden war also der Auslöser zum Streit zwischen Mara und Malorie.“ „Und die Polizei?“, fragt Laila neugierig. „Ich habe die Arbeiter vorgewarnt, dass eine gefährliche Person die Tage vorbeikommen könnte. Als sie dann sahen, wie die beiden gestritten haben, riefen sie also aus Angst die Polizei. Ich wusste auch, was Malorie für eine Person ist. Sie ist arm aufgewachsen. Deshalb dachte sie immer nur an Geld und wollte reich sein. Sie heiratete reiche Männer und als sie das bekam, was sie wollte, vergiftete sie die. Ich hab erhofft, dass irgendjemand diese Information erwähnen wird und sich die ganze Media gegen sie stellt. Doch dass diese Wahrheit so früh rauskam, war reines Glück.“
„Einer ist tot, zwei sind im Gefängnis, die dritte ist in Therapie und ihre eigene Familie hat ihr den Rücken zugekehrt. Bist du jetzt glücklich, Tilda?“, fragt Laila. „Nein…“, antwortet Mathila. Die Besuchszeit ist vorbei“, sagt ein Wächter. Mathilda steht auf und sagt: „Ich hoffe, wir sehen uns nie wieder, Laila Cher.“
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